Häufige Fragen

DIe Wichtigsten Informationen auf einen Blick

Steuerfachangestellte

Der Ausbildende muss dem Auszubildenden bei Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses ein Zeugnis ausstellen. Auch bei vorzeitiger Beendigung des Ausbildungsverhältnisses hat der Auszubildende Anspruch auf ein Zeugnis. Das Zeugnis muss Angaben enthalten über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten des Auszubildenden. Auf Verlangen des Auszubildenden sind auch Angaben über Verhalten und Leistung aufzunehmen (so genanntes qualifiziertes Zeugnis). Das Zeugnis darf keine Schreibfehler, Streichungen, Flecken oder Ähnliches enthalten.
Auf Antrag kann die SBK die Ausbildungszeit (z.B. wegen längerer Krankheit) verlängern, wenn dies erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Entsprechende Formulare können bei der SBK angefordert werden.
Der gesetzliche Mindesturlaub für bei Beginn des Kalenderjahres volljährige Auszubildende beträgt 24 Werktage. Dies sind alle Tage, die nicht Sonn- und Feiertage sind, also auch Samstage. Da in den Ausbildungspraxen regelmäßig samstags nicht gearbeitet wird, sind dies 20 Arbeitstage. Bei einer Fünf-Tage-Woche hat man also mindestens 20 Tage Urlaub pro Jahr. Für minderjährige Auszubildende bestimmt das Jugendarbeitsschutzgesetz einen Mindesturlaub. Genauere Angaben zum Urlaub finden Sie in unserem Merkblatt für den Abschluss von Berufsausbildungs- und Umschulungsverträgen.
Ein Jugendlicher, der noch nicht 18 Jahre alt ist und der in das Berufsleben eintritt, darf nur beschäftigt werden, wenn er innerhalb der letzten 14 Monate von einem Arzt hinsichtlich Gesundheits- und Entwicklungsstand untersucht worden ist und dem Arbeitgeber eine von diesem Arzt ausgestellte Bescheinigung vorlegt (so genannte Erstuntersuchung).
Auszubildenden dürfen nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen.
Jugendliche dürfen grundsätzlich nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Auf die höchstzulässigen Beschäftigungszeiten werden die Ruhezeiten nicht angerechnet. Wenn an einzelnen Werktagen die Arbeitszeit auf weniger als 8 Stunden verkürzt ist, können Jugendliche an den übrigen Werktagen derselben Woche 8 ½ Stunden beschäftigt werden. Jugendliche dürfen nur an 5 Tagen in der Woche beschäftigt werden. An Samstagen dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden. Für volljährige Auszubildende gilt das Arbeitszeitgesetz.
Sobald die Auszubildende von ihrer Schwangerschaft erfährt, sollte sie den Ausbildenden hiervon unterrichten. Es findet das Mutterschutzgesetz Anwendung, das u. a. Mutterschutzfristen von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Entbindung regelt.
Während der Berufsausbildung wird zur Ermittlung des Ausbildungsstandes am Ende des zweiten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung durchgeführt. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung. Über die Teilnahme wird von der SBK eine Bescheinigung mit der von dem Prüfling erzielten Note ausgestellt. Die SBK führt jährlich eine Abschlussprüfung durch. Der Ausbildende hat den Auszubildenden zur Prüfung anzumelden, der Prüfungsbewerber kann sich jedoch auch selbst anmelden. Die Prüfungstermine und Anmeldefristen (Ausschlussfristen) werden in den Kammermitteilungen bekannt gegeben. Regelmäßig ist die Anmeldefrist der 15. Februar eines Jahres. Anmeldungen, die nach dem Anmeldeschluss eingehen, werden nicht mehr berücksichtigt. Der Prüfling hat das Recht, eine nicht bestandene Abschlussprüfung zwei Mal zu wiederholen. Um zur Wiederholungsprüfung zugelassen zu werden, ist es nicht notwendig, dass der Auszubildende die Ausbildungszeit verlängert bzw. in einem Ausbildungsverhältnis steht. Auszubildende sind für die Teilnahme an Prüfungen (Zwischen-, Abschluss- und ggf. Wiederholungsprüfungen) freizustellen. Dies betrifft nicht nur die reine Prüfungszeit, sondern auch die Zeit, die für die Wegstrecke benötigt wird. Für Auszubildende unter 18 Jahren wird diese Regelung noch erweitert. Der Arbeitgeber hat den Jugendlichen auch an dem Arbeitstag freizustellen, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht. Die Statistik über die Abschlussprüfung der SBK wird in der KammerInfo veröffentlicht.
Jedes Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Die SBK empfiehlt grundsätzlich eine Probezeit von vier Monaten. In der Probezeit sollen beide Vertragspartner prüfen, ob der Auszubildende den richtigen Beruf gewählt hat. Die Kündigungsmöglichkeiten sind während der Probezeit stark erleichtert. Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Viertel dieser Zeit unterbrochen, so verlängert sich nach dem Berufsausbildungsvertrag die Probezeit um den Zeitraum der Unterbrechung. Eine Verlängerung der Probezeit ist hingegen selbst durch einvernehmliche Vereinbarung zwischen Ausbildendem und Auszubildendem nicht zulässig.
Das Berufsausbildungsverhältnis kann während der Probezeit von beiden Vertragsparteien jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angabe eines Kündigungsgrundes gekündigt werden. Bereits abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse können auch schon vor Ausbildungsbeginn gekündigt werden. Nach Ablauf der Probezeit können beide Vertragspartner das Berufsausbildungsverhältnis aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist kündigen. Eine Kündigung aus wichtigem Grund ist unwirksam, wenn die ihr zu Grunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als 2 Wochen bekannt sind.
Der Auszubildende ist verpflichtet, dem Ausbildenden die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Tage, hat der Auszubildende eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit spätestens an dem darauf folgenden Arbeitstag vorzulegen.
Nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz wird die Elternzeit nicht auf die Berufsausbildungszeit angerechnet. Die Ausbildungsdauer verlängert sich automatisch um die Dauer der Elternzeit. Einen entsprechenden Antrag auf Verlängerung des Ausbildungsverhältnisses erhalten Sie auf Anfrage bei der SBK. Die Zeit des Mutterschutzes verlängert grundsätzlich nicht die Ausbildungszeit.
Die Regelausbildungsdauer beträgt 3 Jahre. Die Ausbildungsdauer kann unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt oder verlängert werden, siehe hierzu unser Merkblatt für den Abschluss von Berufsausbildungs- und Umschulungsverträgen. Das Ausbildungsverhältnis endet mit Bestehen der mündlichen Abschlussprüfung. Hat der Auszubildende die Abschlussprüfung nicht bestanden, endet das Ausbildungsverhältnis mit dem im Ausbildungsvertrag genannten Datum. Die Ausbildung wird also nicht automatisch über die Dauer der Ausbildungszeit hinaus fortgesetzt. Auf Verlangen des Auszubildenden hin verlängert sich das Berufsausbildungsverhältnis jedoch bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung. Die Verlängerung ist mit einem Formular, das Ihnen von der SBK zugesandt wird, bei der SBK zu beantragen.
Alle Auszubildenden sind für die Dauer der Berufsausbildung zum Besuch der Berufsschule berechtigt. Der Ausbildende hat den Auszubildenden bei der Berufsschule an- und abzumelden und ihm zum Schulbesuch anzuhalten. Ein Wechsel der Berufsbildenden Schule sollte auch der SBK gemeldet werden, damit der Auszubildende zur Abschlussprüfung in seiner tatsächlichen Berufsbildenden Schule geladen werden kann. Es besteht kein Anspruch des Auszubildenden gegenüber dem Ausbildenden auf Erstattung der Fahrtkosten zur Berufsschule. Bei Fernbleiben vom Berufsschulunterricht ist der Ausbildende unverzüglich zu informieren. Die SBK empfiehlt grundsätzlich den Besuch der Berufsbildenden Schule, da es sich bei der Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten um eine sehr anspruchsvolle Ausbildung handelt, die sowohl auf Praxis als auch Theorie basiert.
Der Auszubildende hat während der Ausbildungszeit im Betrieb ein Berichtsheft in Form eines Ausbildungsnachweises zu führen. Ein richtig geführter Ausbildungsnachweis ermöglicht den Partnern des Berufsausbildungsvertrages, sich jederzeit über den Stand der Ausbildung zu informieren. Die Führung des Ausbildungsnachweises ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Eine Kopiervorlage für das Berichtsheft erhalten Sie zusammen mit dem eingetragenen Ausbildungsvertrag. Die Kopiervorlage kann auch von unserer Website heruntergeladen werden.
Der Ausbildende stellt dem Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel zur Verfügung, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfung erforderlich sind. Hierzu gehören insbesondere Fachbücher, die für die Ausbildung in der Ausbildungspraxis gebraucht werden. Die Ausbildungsmittel für die Ausbildungspraxis sind leihweise zur Verfügung zu stellen und nach Beendigung der Ausbildung von dem Auszubildenden zurückzugeben. Es sind nur solche Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen, die der Ausbildung in der Praxis dienen. Lehrbücher und sonstige Lernmaterialien, die im Berufsschulunterricht benutzt werden sollen, hat der Ausbildende nicht zu beschaffen.
Der Ausbildende hat dem Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren, die mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigen muss. Die SBK empfiehlt Vergütungssätze, die, um regionalen oder individuellen Besonderheiten im Einzelfall Rechnung tragen zu können, bis zu 20 % unterschritten werden. Höhere Ausbildungsvergütungen, z. B. wegen Berücksichtigung von Alter und Vorbildung, können jederzeit vereinbart werden, müssen jedoch in jedem Ausbildungsjahr erhöht werden. Die aktuellen Empfehlungen der SBK sind im Merkblatt für den Abschluss von Berufsausbildungs- und Umschulungsverträgen zum Abschluss von Berufsausbildungsverträgen aufgeführt.
Die SBK hat zur Beratung der Ausbildenden und Auszubildenden Ausbildungsberater (einen für jede Berufsbildende Schule mit Steuerfachklassen in Rheinland-Pfalz) bestellt. Der Ausbildungsberater informiert über die Rechte und Pflichte aus dem Ausbildungsverhältnis und er vermittelt bei eventuellen Streitigkeiten zwischen den Vertragspartnern, damit Unstimmigkeiten auf gütliche Weise beigelegt werden können.
Vor Beginn der Ausbildung ist ein schriftlicher Berufsausbildungsvertrag zwischen Ausbildendem und Auszubildendem (bei Minderjährigen: Erziehungsberechtigtem) abzuschließen. Für den Abschluss eines Berufsausbildungsvertrages und den Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse sind die von der Steuerberaterkammer zur Verfügung gestellten Vordrucke zu verwenden. Die Vordrucke können bei der Kammergeschäftsstelle angefordert oder auf der Website der SBK abgerufen werden. Der Berufsausbildungsvertrag ist ausgefüllt und unterschrieben von allen Parteien in dreifacher Ausfertigung (bei jugendlichen Auszubildenden) oder in zweifacher Ausfertigung (bei volljährigen Auszubildenden) bei der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz (SBK) einzureichen. Änderungen wesentlicher Inhalte von Berufsausbildungsverhältnissen (z.B. Adressänderungen, Änderungen der Ausbildungsstätte, Änderung des verantwortlichen Ausbilders usw.) sind umgehend schriftlich der SBK anzuzeigen, damit gewährleistet wird, dass z.B. das Prüfungszeugnis auf den richtigen Namen ausgestellt wird oder Ausbildungszeit angepasst werden können.
Ausbildender und Auszubildender können jederzeit in beiderseitigem Einvernehmen den geschlossenen Berufsausbildungsvertrag für die Zukunft aufheben und damit beenden. Durch eine solche Vereinbarung sind die Regelungen zu den eingeschränkten Kündigungsmöglichkeiten im Berufsbildungsgesetz bedeutungslos. Bei Zweifelsfragen können sich die Beteiligten an die Steuerberaterkammer oder deren Ausbildungsberater wenden. Der Aufhebungsvertrag bedarf der Schriftform. Die Aufhebung des Ausbildungsverhältnisses ist der Steuerberaterkammer unverzüglich mitzuteilen.