Steuerfachwirt

Da sich kein anderes Rechtsgebiet so häufig ändert wie das Steuerrecht, ist berufliche Fortbildung für Steuerfachangestellte unerlässlich. Steuerfachangestellte können ihren Beruf auf Dauer nur dann erfolgreich ausüben, wenn sie sich regelmäßig über die Gesetzgebung, die Rechtsprechung und die Verwaltungspraxis informieren. Hierzu steht ihnen ein breit gefächertes Fortbildungsangebot seitens der Berufsorganisationen und sonstiger Bildungsträger in Form von Lehrgängen und Seminaren zur Verfügung.

Nach § 54 BBiG führen die Steuerberaterkammern als zuständige Stellen Fortbildungsprüfungen zum/zur Steuerfachwirt/in durch. Mit Ablegung der Fortbildungsprüfung können Steuerfachangestellte und andere qualifizierte Mitarbeiter im steuerberatenden Beruf den Nachweis führen, dass sie zusätzliche berufsbezogene Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben haben und anspruchsvolle berufsspezifische Aufgaben einer Steuerberaterpraxis mit Sachverhalten aus dem Steuerrecht, dem Rechnungswesen und der Betriebswirtschaft bearbeiten können.

Das Anforderungsniveau der Fortbildungsprüfung liegt deutlich über dem der Steuerfachangestellten. Neben dem Leistungsnachweis eröffnet die erfolgreiche Ablegung der Fortbildungsprüfung den Teilnehmern insbesondere die Möglichkeit, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen und den Praxisinhaber zu entlasten. Die erfolgreiche Steuerfachwirt-Prüfung ist für viele außerdem der erste Schritt zur Steuerberaterprüfung.

Die Prüfung besteht aus vier Prüfungsfächern, und zwar aus einem schriftlichen Teil mit drei Klausuren und einer mündlichen Prüfung.

Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Prüfungsgebiete:

  • Allgemeines Steuerrecht (Abgabenordnung, Bewertungsgesetz)
  • Besonderes Steuerrecht (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Grunderwerbsteuer)
  • Rechnungswesen (Buchführung und Rechnungslegung nach Handelsrecht und nach Steuerrecht)
  • Jahresabschlussanalyse, Kosten- und Leistungsrechnung, Finanzierung
  • Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Handels- und Gesellschaftsrechts, des Arbeitsrechts, des Sozialversicherungsrechts sowie des Steuerberatungsrechts

Im schriftlichen Teil der Prüfung ist je eine Klausur mit praxistypischer und fächerübergreifender Aufgabenstellung aus folgenden Gebieten zu fertigen:

  • Steuerrecht I (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
  • Steuerrecht II (Umsatzsteuer, Erbschaft- und Schenkungsteuer, Abgabenordnung, Bewertungsgesetz)
  • Rechnungswesen (Buchführung und Rechnungslegung nach Handelsrecht und nach Steuerrecht, Jahresabschlussanalyse, Kosten- und Leistungsrechnung, Finanzierung, Grundzüge des Gesellschaftsrechts)

Die Bearbeitungszeit beträgt für die Klausuren zu a) und b) vier und für die Klausur zu c) fünf Zeitstunden.

Die Fortbildungsprüfung zum Steuerfachwirt wird von den Steuerberaterkammern als zuständige Stellen nach §§ 56, 71 Abs. 5 Berufsbildungsgesetz (BBiG) durchgeführt. Dabei richtet sich die Durchführung der Prüfung nach der Prüfungsordnung der SBK.

Der Fortbildungsprüfung liegt ein einheitlicher Anforderungskatalog zu Grunde.

Anmeldeschluss für die Fortbildungsprüfung ist der 1. Oktober.

Downloads:

Anforderungskatalog

Anmeldebogen

Antrag verbindliche Auskunft

Beschäftigungsnachweis

Prüfungsordnung

Steuerfachwirtprüfung 2016/2017 – Hinweise und Hilfsmittel

Steuerfachwirtprüfung 2016/2017 – Wahl des Prüfungsortes

Prüfungstermine 2017/2018 – 2025/2026

 

Die Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz stellt zum Zweck der Prüfungsvorbereitung die Aufgaben bzw. Klausuren zurückliegender Klausuren zum Download als PDF-Dateien bereit:

Prüfungsklausuren für Steuerfachwirte/-Innen

Die dreitägige schriftliche Steuerfachwirtprüfung der Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz ist vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gemäß § 7 des Bildungsfreistellungsgesetzes (BFG) vom 30.03.1993 (GVBl. S. 157), zuletzt geändert durch Art. 1 des Gesetzes vom 19.12.2012 (GVBl. S. 410), BS 223-70, in Verbindung mit der Landesverordnung zur Durchführung des Bildungsfreistellungsgesetzes (BFGDVO) vom 08.06.1993 (GVBl. S. 338), geändert durch Verordnung vom 30.07.2013 (GVBl. 2013 S. 277), anerkannt.

Teilnehmer an der Fortbildungsprüfung „Steuerfachwirt/in“ erhalten bei Bedarf das Anerkennungszertifikat auf Anfrage.

Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) betreut im Auftrag und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Stipendienprogramme Weiterbildungsstipendium und Aufstiegsstipendium.

Informationen zum Weiterbildungsstipendium

Das Weiterbildungsstipendium unterstützt junge Menschen, die bei der Aufnahme in die Förderung jünger als 25 Jahre sind, bei der weiteren beruflichen Qualifizierung. So können fachliche Weiterbildungen, zum Beispiel zur Fachwirtin, aber auch fachübergreifende Weiterbildungen, zum Beispiel EDV-Kurse oder Intensivsprachkurse und unter bestimmten Voraussetzungen auch ein berufsbegleitendes Studium gefördert werden.

Die Qualifizierung wird nachgewiesen durch das Ergebnis der Berufsabschlussprüfung mit besser als „gut“ (bei mehreren Prüfungsteilen Durchschnittsnote 1,9 oder besser), dies entspricht einem Mindestergebnis von 87 Punkten. Über drei Jahre hinweg, Aufnahmejahr plus zwei Kalenderjahre, können Zuschüsse von jährlich bis 2.000,00 Euro für die Finanzierung berufsbegleitender Weiterbildung gezahlt werden, in drei Jahren insgesamt bis zu 6.000,00 Euro. Es ist ein Eigenteil an den Kosten von 10 % pro Maßnahme zu tragen.

Maßnahmen, die vor der Aufnahme in die Begabtenförderung bereits begonnen wurden, können nur unter folgenden Voraussetzungen bezuschusst werden:

  • Die Maßnahme läuft mindestens noch sechs Monate nach Aufnahme der Stipendiatin oder des Stipendiaten in die Begabtenförderung (längerfristige Maßnahme
  • der Antrag auf Aufnahme in die Begabtenförderung wurde vor Beginn der Maßnahme gestellt und
  • die Absicht der Durchführung einer bestimmten längerfristigen Maßnahme wurde im Aufnahmeantrag genannt

Die Kosten der Maßnahme sind anteilig ab der Aufnahme in die Begabtenförderung förderfähig.

Förderfähig sind

  • die Teilnahme an anspruchsvollen Maßnahmen zum Erwerb beruflicher Qualifikationen
  • die Vorbereitung auf Prüfungen der beruflichen Aufstiegsfortbildung (z.B. Fortbildungsprüfung Steuerfachwirt)
  • die Teilnahme an anspruchsvollen Bildungsmaßnahmen, die der Entwicklung fachübergreifender und allgemeiner beruflicher oder sozialer Kompetenzen oder der Persönlichkeitsbildung dienen
  • berufsbegleitende Studiengänge, die inhaltlich auf Beruf und Ausbildung aufbauen

Downloads:

Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm

Richtlinien über die Begabtenförderung berufliche Bildung

Merkblatt zur Begabtenförderung berufliche Bildung

Flyer Weiterbildungsstipendium

Antrag IT-Bonus

 

Das Meister-BAföG besteht aus einem Zuschuss zu den Fortbildungskosten in Höhe von 30,5 %, der einkommens- und vermögensunabhängig gewährt wird. Der Rest wird über ein Darlehen bei der KfW finanziert. Darüber hinaus orientiert sich die Förderung stärker am Erfolg als bisher. Wer seine Prüfung besteht, dem werden 25 % des Restdarlehens erlassen. Das Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung (AFBG) bietet u.a. für Steuerfachwirtlehrgänge bzw. Steuerfachwirt-Samstagskurse die Möglichkeit der finanziellen Förderung über das sog. Meister-BAföG.

Die Steuerberaterkammer Rheinland-Pfalz bestätigt auf der Anlage zum Formblatt Z  – Bestätigung der Zulassungsvoraussetzungen -, ob bzw. ab wann der Antragsteller die Zulassungsvoraussetzungen für die Zulassung zur Steuerfachwirtprüfung erfüllt bzw. erfüllen kann.

Formblatt Z – Bestätigung der Zulassungsvoraussetzungen